Skip to main content

Saydaer Urgestein ist ein Mann für alle Fälle

Seit 35 Jahren engagiert sich Matthias Neubert für den Sport in seiner Heimatstadt. Doch der 67-Jährige hat noch einige andere Ehrenämter.

Von Karl Heinz Schlegel

Bei Matthias Neubert einen Termin zu bekommen, ist mit viel Glück verbunden. Wenn der Geschäftsführer einer Firma für Lüftungs- und Klimatechnik nicht irgendwo auf einer Baustelle ist, ist er für den Sport in der Bergstadt unterwegs. Denn Neubert ist nicht nur Chef von acht Beschäftigten, sondern auch der Vorsitzende des SSV 1863 Sayda, bei dem 435 Mitglieder in sechs Abteilungen Sport treiben.

Als Vereinschef steht der 67-Jährige natürlich für alle Aktiven des SSV, aber die Wintersportler haben es ihm besonders angetan. Immerhin begann seine Sportlerlaufbahn als Skilangläufer. 1967 wurde Neubert an die Kinder- und Jugendsportschule nach Klingenthal delegiert. Ein 3. Platz bei der DDR-Meisterschaft war sein größter Erfolg. „Aufgrund von Knieproblemen musste ich dann das Metier wechseln", erklärt Neubert, der danach 25 Jahre lang Fußball spielte — und das teilweise in der Bezirksklasse, der vierthöchsten Spielklasse der DDR. Als 1983 ein Leiter für die damalige BSG in Sayda gesucht wurde, kamen die Verantwortlichen schnell auf den ehrgeizigen Sportler zu. Zwei Jahre später gab er den Vorsitz aber wieder ab. „Ich war mit vielen Dingen in der DDR nicht einverstanden und wollte raus", erzählt Neubert heute. Um größeren Streit für alle zu vermeiden, sei er zurückgetreten.

Als 2001 erneut ein Vorsitzender gesucht wurde, erklärte er sich bereit, diese Funktion zu übernehmen. Inzwischen sind es wieder 20 Jahre, die er Sportchef in Sayda ist. Viele Dinge hat der Geschäftsmann auf den Weg gebracht. Stolz ist er vor allem auf die Entwicklung der Mitgliederzahl, die sich seit den 1980erJahren fast verdoppelt hat. „Es entstanden neue Abteilungen, wie Wandern oder Volleyball. Und auch ganz neue Sportarten wie die Steppaerobic oder die Popgymnastik fanden Einzug in unseren Verein", blickt der Saydaer auf Gründe für den Mitgliederzuwachs zurück.

Zudem sitzt der Multifunktionär seit 1999 im Stadtrat, ist seit acht Jahren stellvertretender Bürgermeister und als Vertreter des Sportvereins Mitglied im Stadtverein. „Wir sind jedes Jahr in unseren Partnergemeinden Sogliano al Rubicone in Italien und Mezibori in Tschechien. Es sind immer tolle Erfahrungen und mittlerweile auch viele Freundschaften entstanden."

Gilbert Krönert, der Chef der Kampfrichtergilde beim SSV Sayda, kennt Neubert schon 50 Jahre: „Er ist ein Macher, treibt unsere große Sportlerfamilie regelrecht an und ist natürlich selbst Vorbild. Er ist sich für keine Arbeit zu schade." Auf die Frage, ob er nicht nein sagen könne, antwortet Matthias Neubert ohne zu zögern: „Ich bin in Sayda aufgewachsen und fühle mich hier sehr wohl. Ich möchte etwas für den Ort und den Sportverein tun und so habe ich noch keine Minute meines Engagements bereut.

 

Bericht: Karl Heinz Schlegel

Bericht erschienen am 15.09.2021 in der www.freiepresse.de